Zwei Grüne Frauen treten zur Landtagswahl an

v.l.n.r: Sandra Deutschbein, Britta Sanders
v.l.n.r: Sandra Deutschbein, Britta Sanders

Die Grünen im Kreisverband Stade treten am 9. Oktober 2022 mit zwei Frauen zur Landtagswahl an. Sie wählten am Samstag (22.01.2022) in Ruschwedel die examinierte Krankenschwester Britta Sanders für den Wahlkreis 55 (Buxtehude) und für den Wahlkreis 56 (Stade) die Lehrerin Sandra Deutschbein.

Im Wahlkreis 55 war die Wahl denkbar knapp. Mit 18 zu 16 Stimmen setzte sich die Jorkerin Britta Sanders gegen Nils Rademacher aus Buxtehude durch. „Das knappe Wahlergebnis zeigt, wie schwer der Versammlung die Entscheidung gemacht wurde, dadurch dass beide Kandidat*innen sehr überzeugen konnten“, betonten Lea Zimmermann und Barbara Zurek, Grüne Sprecherinnen im Kreisverband Stade.

Auf der in Stade zeitgleich durchgeführten Wahlversammlung wählten die Günen mit großer Mehrheit Sandra Deutschbein aus Himmelpforten. Mit einer vergebenen Simme war ihr Gegenkandidat Marc Treudler aus Drochtersen chancenlos. Claas Goldenstein (Stade) hatte zuvor seine Bewerbung um die Kandidatur zurückgezogen.

„Die niedersächsische Regierung aus SPD und CDU verfolgt seit Beginn ihrer Amtszeit eine Politik, die nicht nur eine gerechte Sozialpolitik, sondern auch den Klimawandel absolut aus den Augen verloren hat“, so Sandra Deutschbein während ihrer Vorstellung auf der Wahlversammlung im Hotel Stader Hof. Niedersachsen brauche daher dringend 2022 wieder einen Politikwechsel für echten Klima- und Umweltschutz, aber auch für einen Richtungswechsel bei der sozialen Teilhabe, Gleichstellung und vor allem Bildungsgerechtigkeit, so ihre Forderung. Die Landesregierung dürfe den Personalmangel in den Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, sowie beim Landespersonal, allen voran der Polizei, nicht mehr ignorieren – vor allem dann nicht, wenn gleichzeitig diese Bereiche noch zusätzlich von einer jährlich größer werdenden Pensionswelle betroffen sind. Für Sandra Deutschbein ist neben der Bildungs- auch die Sozialpolitik ein Schwerpunkt, wie sie betonte. Die Klimafrage sei ganz klar auch eine soziale Frage. „Ich stehe für eine echte Sozialpolitik ein, die die Menschen nicht alleine lässt. Denn, wenn wir es schaffen, dass alle Menschen ihr Leben auskömmlich gestalten können, kann auch der Kampf gegen den Klimawandel gelingen!“, unterstrich die 37-jährige Lehrerin, die im Herbst als Beisitzerin in den Kreisvorstand gewählt wurde.

Britta Sanders betone während ihrer Vorstellung in Ruschwedel drei ihrer Themenschwerpunkte: die Gesundheitspolitik, die Sozial- und Generationspolitik sowie das Thema Häfen, Schiffffahrt und Küstenschutz. Als examinierte Krankenschwester sei ihr die Gesundheitspolitik ein besonderes Anliegen. Sie möchte im zukünftigen Landtag daran mitarbeiten, „eine gute und qualitativ wertvolle Gesundheitsversorgung in der Stadt, aber auch besonders auf dem Land sicherzustellen“.

Während der Corona-Pandemie sei in der Sozial- und Generationspolitik vieles sichtbar geworden, wo schon lange weggeschaut wurde, weiß Britta Sanders. Die 48-jährige nannte den Fachkräftemangel in den Gesundheitseinrichtungen, die Veränderung der Gesellschaft in eine Vereinsamung von Jung und Alt und die Schere der sozialen Gerechtigkeit, die immer weiter auseinander klafft. „Im Bereich Gesundheit und Soziales bringe ich eine besondere Expertise durch meine langjährige Berufserfahrung im Gesundheitswesen mit“, hob Sanders hervor.

Zum Ende ihrer Vorstellung ging die Jorkerin auf den Küstenschutz ein: „Ich wohne an der Elbe und sehe die dramatischen Veränderungen des großen Flusses vor meiner Haustür. Das ist die zunehmende Verschlickung der Elbe und der Seitenarme. Die Tide steigt nachweislich bei Flut. Das ist nicht mehr zu ignorieren“. Britta Sanders, die auch Vorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion ist, möchte die Elbe, aber auch die Weser und Ems, sowie ihre Seitenarme in eine gesunde Balance zurückbringen. Die Grüne will sich für einen intensiven Dialog mit Hamburg und den anderen Bundesländern einsetzen und konkrete Maßnahmen voranbringen, damit die Hafenpolitik für Natur und Mensch nachhaltig wird und zum bisherigen Handeln Alternativen ausgearbeitet werden. „Bringen wir den Hafen auf die Schiene. Müssen denn wirklich Hochhaus ähnliche Riesenschiffe die Elbe bis Hamburg hinauffahren?“, so ihre rhetorische Frage zum Abschluss.

„Wir schauen jetzt gemeinsam nach vorne und freuen uns auf den bevorstehenden Wahlkampf mit zwei starken Frauen“, so die Stader Kreissprecherin Barbara Zurek. Co-Sprecherin Lea Zimmermann rief die Mitglieder zu einem engagiertem Wahlkampf auf, „um die Wahlerfolge der Kommunalwahlen auch auf die Landesebene mitzutragen und sogar noch auszubauen“.